FOTOGRAFIE VS. BEARBEITUNG

In der Fotografie gibt es zwei Lager: Die einen lehnen Bildbearbeitung ab, weil sie befürchten, dass dadurch die Natürlichkeit verloren geht. Die anderen schwören darauf und würden niemals unbearbeitete Bilder mit ihrer Familie teilen – geschweige denn in den sozialen Medien posten. In diesem Beitrag beleuchten wir, warum ein Mittelweg sinnvoll sein kann.

Warum RAW-Dateien so beliebt sind

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein RAW-Bild genau so aussieht, wie es die Kamera aufgenommen hat – ganz ohne Bearbeitung. Dieser Dateityp ist so beliebt, weil er es ermöglicht, das Maximum aus einem Bild herauszuholen. So lassen sich beispielsweise Schatten aufhellen, bis verlorene Details wieder sichtbar sind, oder Lichter reduzieren, um überstrahlte Bereiche zu retten. Als Fotograf bietet RAW also die größte Flexibilität bei der Nachbearbeitung. Es gibt jedoch auch viele Fotografen, insbesondere in der Fujifilm-Community, die JPG bevorzugen. Fujifilm hat es geschafft, den Charme analoger Filme in die digitale Zeit zu übertragen – dank ihrer digitalen Filmsimulationen. Das bedeutet, dass man mit digitalen Kameras einen Look erzielen kann, der an analogen Film erinnert. Diese Looks empfinde ich als befreiend, besonders wenn man unterwegs keine Zeit für Bildbearbeitung hat. Auch für die Familie sind diese Looks eine Erleichterung, da man nicht jedes Bild bearbeiten muss. Man schaut aufs Display und ist sofort zufrieden.

Der Reiz von JPGs und analogen Looks

Auf der anderen Seite kann es viel Spaß machen, Bilder so zu bearbeiten, bis sie den eigenen Vorstellungen entsprechen. Besonders im kommerziellen Kontext ist Bildbearbeitung unverzichtbar. Natürlich kann man ein schlecht aufgenommenes Foto nicht perfekt machen, aber die Tools, die moderne Bildbearbeitungsprogramme bieten, erlauben zahlreiche Optimierungen.

Künstliche Intelligenz: Fluch oder Segen in der Fotografie?

Künstliche Intelligenz ist dabei ein spannendes, aber auch kontroverses Thema unter Fotografen. Sie reicht von automatischen Zuschnittsfunktionen über Entrauschungstools bis hin zur Verstärkung des Bokehs. Bildbearbeitung verfälscht die Realität – das muss aber nicht zwingend negativ sein, wenn man die Werkzeuge bewusst und gezielt einsetzt.

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein spannendes, aber auch kontroverses Thema in der Fotografie, das viele Diskussionen auslöst. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind breit gefächert: Von automatischen Zuschnittsfunktionen, die das Bild auf die wesentlichen Elemente konzentrieren, über intelligente Entrauschungstools, die körnige Bilder deutlich verbessern, bis hin zur Verstärkung des Bokehs, um den Hintergrund weicher und das Motiv klarer hervorzuheben.

Der Einsatz von KI-Tools hat die Bildbearbeitung jetzt schon in vielerlei Hinsicht revolutioniert. Funktionen wie die automatische Hautretusche oder die gezielte Anpassung der Augenfarbe ermöglichen es Fotografen, in Sekunden Ergebnisse zu erzielen, für die früher Stunden akribischer Handarbeit nötig waren. Einige Softwarelösungen können sogar den Himmel in einem Bild durch wenige Klicks austauschen oder Sonnenuntergänge dramatischer gestalten.

Allerdings sorgt genau diese Effizienz für geteilte Meinungen unter Fotografen. Kritiker argumentieren, dass KI die Authentizität eines Bildes untergraben und zu einer Flut von ähnlichen, glatten und „perfekten“ Fotos führen kann. Besonders in der Landschaftsfotografie ist der Vorwurf, dass Fotografen die Realität zu stark manipulieren, oft zu hören. Ist ein Bild noch authentisch, wenn der Himmel ausgetauscht wurde?

Fazit: Das Zusammenspiel von Fotografie und Bearbeitung

Fotografie und Bearbeitung gehören zusammen, aber nur dann, wenn es von Anfang an ein gutes Foto gibt. Ein gutes Foto profitiert immer von einer durchdachten Bearbeitung, um deine Vision zu verwirklichen und es bestmöglich zur Geltung zu bringen. Ein schlechtes Foto hingegen bleibt auch mit viel Nachbearbeitung mittelmäßig. Die Bearbeitung kann das Bild auf den ersten Blick gut aussehen lassen, doch bei genauerem Hinsehen werden die Schwächen deutlich.

Bevor du dich also in „Top 10 Bearbeitungstricks“ oder Farbkorrekturen stürzt, konzentriere dich darauf, was ein gutes Foto ausmacht – wie Licht, Komposition und Motivwahl. Du wirst feststellen, dass der Bearbeitungsprozess viel einfacher und angenehmer wird, wenn du mit einem starken Bild startest.

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